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Kommunikationsprobleme im Süden

März 26, 2008 · Keine Kommentare

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Seit knapp drei Wochen herrscht in der SBB-Cargo-Werkstätte in Bellinzona Ausnahmezustand. Dort kämpfen die Bundesbahnangestellten für ihre Arbeitsplätze, die ursprünglich nach Yverdon verlegt werden sollten. Dies ist freilich Resultat kapitalistischer Marktorientierung im Sinne des amerikanischen “hire and fire“-Prinzips und als Massnahme gegen die desolate Finanzsituation von SBB Cargo gedacht. Denn Stellenabbau war schon immer eine prima Sparmassnahme. Leider hat Stellenabbau immer auch negative Nebenwirkungen: nämlich Unverständis der Betroffenen, das unter Umständen (und mit “Umständen” meine ich das Vorhandensein bürgerlicher Rechte und das Nichtvorhandensein einer Diktatur) zu Streik führen kann.

So weit, so gut. Wenn der Streik erst einmal ausgebrochen ist, muss ein zweiter, wichtiger Schritt eingeleitet werden: die Verhandlungen. Diese sollten im Geiste der Gleichberechtigung und gegenseitiger Toleranz stattfinden. Im Idealfall. In Bellinzona sieht das anders aus. Beide Parteien - der SBB-Verwaltungsrat und die betroffenen Arbeiter - werfen einander vor, nicht dialogbereit zu sein, während sie sich ihrerseits im selbst installierten Neonlicht der Dialogbereitschaft sonnen. Lustigerweise haben sich die SBB-Verantwortlichen (also “die bösen Jungs”) immer wieder kooperativ gezeigt, während sich die Streikenden (analog “die guten Jungs”) kommunikativ eher von ihrer sturen Seite zeigten. Sie haben sich auf ein starres Ziel ausgelegt (schriftliche Garantie der Arbeitsplätze) und lassen diesbezüglich keinerlei Kompromisse und Annäherungsversuche des Gegenübers zu. Genau diese Sturheit und die Formulierung festgesetzter Bedingungen sind eben nicht Merkmale eines offenen Dialogs.

Also: Lösungen können nur gefunden werden, wenn beide Seiten (naja, eher die streikende Seite) etwas mehr Verhandlungsspielraum zulassen. Wenn die Arbeiter dies nicht bald einsehen, könnte noch die Vermutung aufkommen, sie haben einfach keine Lust zu arbeiten und wären insgeheim doch lieber Facility Manager beim lokalen Denner-Discount geworden.

 Stay tuned.

(der nächste Post wird wieder etwas lustiger, versprochen!)

Kategorien: Gesellschaft · Politik
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