Unserer immerfröhlichen Aussenministerin Micheline Calmy-Rey ist ein Riesencoup geglückt, der die öffentliche Wahrnehmung der Bundesrätin sowie der Schweiz im Ausland erheblich verbessert und in ein sehr positives Licht rückt. Calmy-Rey war nämlich nicht nur beim Beschluss eines vorzüglichen Wirtschaftsdeal im fernen Iran anwesend, sie hat sich auch gleich die Zeit genommen, mit dessen Präsident Ahmadinejad einige Worte zu wechseln und für die Kamera zu posieren. Ein Treffen mit einem ausländischen Staatsoberhaupt kann nur gut sein für das Ansehen der Schweiz und deren Aussenpolitik. Ahmadinejads Ansichten zum Weltgeschehen sind ja… ähm… sind.. Mist! Er leugnet den Holocaust und möchte Israel von der Landkarte streichen?! Verdammt!
Ok, ein Treffen mit einem verrückten, radikal antisemitischen Staatsoberhaupt, das möglicherweise über nukleare Sprengköpfe verfügt, ist doch nur halb so schlimm, oder? Zumindest hat Micheline Calmy-Rey die brisanten Themen, die da wären Israel, Atomprogramm, Unterdrückung von Frauen, [...], angesprochen und kritisch hinterfragt, nicht wahr? Und ausserdem: Calmy-Rey hatte ja keine andere Wahl, als mit dem verrückten, radikal antisemitischen Staatsoberhaupt, das möglicherweise über nukleare Sprengköpfe verfügt, zu reden. Denn sie hat eine Einladung zu einem “Höflichkeitsbesuch” bei Ahmadinejad erhalten und es sei, so die Aussenministerin, “üblich, eine solche Einladung anzunehmen”.
Es ist nur nachvollziehbar, aus Höflichkeit mit einem verrückten, radikal antisemitischen Staatsoberhaupt, das möglicherweise über nukleare Sprengköpfe verfügt, eine halbe Stunde lang verhüllt in ein Kopftuchüber pro forma über verschiedene Tabuthemen zu plaudern und in die Kamera zu strahlen. Oder?



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