„Mit der SP und CVP das Volk angelogen“ hat laut www.svp.ch die linke Politikerin Eveline Widmer-Schlumpf (im Folgenden „die Kommunistin“ genannt, aus Gründen der Präzision), als sie sich im Dezember letzten Jahres als Bundesrätin vereidigen liess. Aufgestellt, geleitet und unterstützt wurde die Kommunistin von den Linken. Was der vor zwei Wochen ausgestrahlte Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens enthüllte ist spektakulär skandalös. Die Kommunistin hat gelogen, als sie verlautete, nicht mit der SP und CVP in Kontakt gestanden zu haben!!!!!! (Die grosse Anzahl der Ausrufezeichen verdeutlicht hier die schlichte Unverfrorenheit Widmer-Schlumpfs) Hintergangen hat sie also nicht nur die SVP, als sie das empörende Wahlergebnis vom 12. Dezember akzeptierte und Christoph Blocher vom Bundesratsstuhl verdrängte sondern auch das Volk, als sie ihm schamlos ins medial vermittelte Gesicht log.
Jetzt wehrt sich die Kommunistin gegen die Vorwürfe und erklärt den DOK-Film des Schweizer Fernsehens als schlecht recherchiert, die Aussagen der SP- und CVP-Politiker als widersprüchlich, aus dem Kontext gestellt. Wie kann sie nur, diese Kommunistin! Der Dokumentarfilm ist ein lückenloses, nüchtern-objektives Stück Journalismus. Die verschwörend anmutenden Soundeffekte, die sich fast konstant durch den Film ziehen, sind nur Zufall und suggerieren doch nichts! Auch ist es bekannt, dass bei Fernsehproduktionen eher wenig auf dramatische Effekte und prägnante, eingängige Statements geachtet wird und vielmehr auf vollumfängliche, alle Seiten darstellende Informationen, und – als Beispiel – nicht der SP-Nationalrätin Ursula Wyss etwa viermal mehr Sendezeit einräumen als anderen Stimmen, die eventuell weniger in die griffige Gesamtaussage des Dokumentarstreifens passen. Das gehört ja schliesslich zum Leistungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehens.
Die Kommunistin hat also keinen Grund zur Klage. Im Gegenteil: Aufgrund des SVP-Verrats (die „Judas“-Rufe nach der Annahme der Wahl waren sowas von gerechtfertigt!) und Volkbetrugs soll sie von der Partei ausgeschlossen werden. Das käme ihr und natürlich der Volkspartei nur zu Gute. Trotzdem ist diese - auch mit einer Kommunistin in der Partei – eine stolze und kompetente und vernünftige und tolle und gute Partei und hat vom DOK-Film nur profitiert.
Das meint auch der moderate User „Anti-Links“ im Disskusionsforum der SVP-Homepage: “Auf jeden Fall steht die SVP nach dem DOK-Film auf jeden Fall gut da“. Na dann ist ja – auf jeden Fall – alles in Ordnung.
Stay tuned.


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