Es ist nicht das erste Mal, dass sich Politik und Medien in die Quere kommen: Im jüngsten Fall behauptet die Zürcher CVP, der private Fernsehsender Telezüri boykottiere die Christdemokratische Partei, die sich in der Talkshow „SonnTalk“ stark unterrepräsentiert fühlt. “Ignoriert“ werde die CVP, wie der Parteipräsident Markus Arnold sagt. So unterschrieben die Mittepolitiker auch den öffentlichen Brief an den UVEK-Minister Moritz Leuenberger nicht, der die schlechte Ausgangslage der Tamedia-Sprösslinge Radio 24 und Telezüri im Konzessionsstreit kritisiert. Mit dieser passiv-aggressiven Aktion (oder eben Nicht-Aktion) möchte die CVP ein Zeichen setzen. Sie möchte Telezüri zurück ignorieren, einen Ignorierungs-Gegenschlag vollziehen, den privaten Sender mit Nichtanteilnahme an dessen Zukunft strafen. Oder so.
Vor wenigen Wochen sah sich auch die amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton von den Medien hintergangen. In den zahllosen TV-Duellen gegen den afroamerikanischen Sunnyboy Barack Obama bekäme Clinton stets die erste Frage gestellt. Die durch den Verlauf ihres Vorwahlkampfs etwas verzweifelt gewordene Senatorin aus New York möchte dem Publikum also nicht immer als Erste ihre Sichtweisen (die im Übrigen nach rund 920 TV-Duellen* bereits jeder kennt) präsentieren.
Hillary Clinton sind die Fragen des Fernsehens also zu aufdringlich, der CVP sind sie zu… zu „gar nicht vorhanden“. Mögliche Lösung für beide: Clinton sollte politisch zur Mitte rutschen und noch langweiliger Familienpolitik betreiben, während die CVP am Besten einen lüsternen Ex-Präsidenten heiratet. Tönt vernünftig, oder?
Stay tuned.
* Zahl nicht bestätigt


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